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Es ist viel passiert


Stand: 03/16                                              Stand: 03/17

Unglaublich wie sich die Haut in einem Jahr verändert hat.

Intensivstation 71

Heute war es ein ganz besonderer Tag für mich, ich bekam die Möglichkeit noch mal auf die Intensivstation 71 zu gehen. Wir drehten da für meine Dokumentation – Menschen hautnah

Zuerst hatte ich total Angst, weil ich selbst nicht wusste wie ich darauf reagieren würde das alles noch einmal zu sehen und zu erleben.

Ist alles so wie ich es noch in Erinnerung hatte oder doch ganz anders?

Schon beim Eintreten in der Schleuse, da wo man sich umzieht ( Blaues Hemd, b

laue Hose gesonderte schuhe) war ich aufgeregt und voller Erwartungen an mich selbst.

Kann ich mich noch an alles Erinnern und das auch richtig, die Töne die die Geräte von sich geben bei einem Notfall oder nicht Rundläufen einer Herzfrequenz, hören sie sich so an wie in meinen Erinnerungen oder hat sich da etwas mit meiner Fantasie gemischt.

Als ich den Flur der Station 71 betreten durfte viel mir sofort der Geruch auf, schwer zu beschreiben.

Eine Mischung aus Desinfektionsmittel und einem leicht süßlichen aber nicht zu dominanten Geruch.

Dieser Duft der Station ist ein ganz besonderer und brachte mich zum Weinen, 1000 Erinnerung aus der intensiv Zeit brachen ein wie ein Blitz. Unkontrolliert waren es 100 Bilder die vor mir wie ein Film abliefen. Die Gefühle überkamen mich und ich wusste nicht genau damit umzugehen. Ich sah links die 6 Gläsernen Kästen in dem Verbrennungsopfer liegen, nur ein Raum war Frei, MEINER Raum 4.

Ich sah von außen rein, und sah mich selbst daliegen. Ich stellte mir vor ,wie ich da lag, regungslos, wie genau die anderen verbrannten hier auf der Station 71 der MHH. Das Atem Signal ging los in einem Zimmer und ich wurde wieder in die Zeit zurück versetzt ( TÜTÜTÜTÜTÜÜÜÜ  TÜTÜTÜTÜTÜ.ÜÜÜ )Ein hoher schriller Ton, diese Melodie höre ich manche Nächte immer noch.

Heute als ich als nicht Patientin da war, wurde mir klar wie hektisch doch alles hier draußen zu geht. Immer läuft einer hin und her um Injektionslösungen zu holen, riesige Tupfer oder sogar große aufgezogenen Spritzen mit verschiedenen Flüssigkeiten. Aber mit Rückblick als Patient, sie dir eine Ruhe und Gelassenheit rüberbringen ist bemerkenswert. Die Schwestern auf Station 71 verdienen besondere Anerkennung. Diese Sensible Art und Weise dir als Betroffene das Gefühl zu übermitteln, sie würde nur für dich den ganzen Tag Zeit haben und sich mit dir beschäftigen damit es dir so schnell wie möglich wieder gut geht, aber wenn sie den Glas Kasten verlassen, sie an Hundert Sachen gleichzeitig tun und denken müssen, ist eine Leistung die mein vollster Respekt verdient.

Ich möchte mit diesem Text, den Schwestern auf der Station 71, Danke sagen.

Ihr seid die wahren Helden.

 

Die Schleuse : Station 71 von Univ. Prof. Dr. med. Peter M. Vogt

Artikel in der Lea

Am 29.03.2017 erschien ein Artikel über uns.

 Artikel in der Lea von Vanessa Muenstermann und Ausgezeichnet-ev

Besuch bei Allesandra

Ich war zu Besuch bei Allesandra, eine bemerkenswerte junge Frau. Auch sie wurde Opfer eines Säure Attentats. Mit Kräftiger Stimme und voller Italienischem Temperament habe ich sie kennen lernen dürfen, in einer Zeit die für mich sehr schwer war. Sie Kontaktierte mich nach dem ersten Prozesstag am 5.08.2016. Ich war so froh zu hören das da jemand ist der mein Schicksal teilt. Sie gab mir Mut und Hoffnung zurück, aber das wichtigste ist das wir beide eine Vertrautheit, Geborgenheit bei jemanden neu kennen lernen durften, wie wir es nicht mehr kannten. Vereint durch ein grausames Schicksal. Ist es den Komisch zusagen, dass man wenn man so eine Person kennen lernt dem ganzen doch ein Stück Positives abgewinnen kann. Wir hätten uns nie kennengelernt, wäre uns das nicht widerfahren. Letzte Woche durfte ich noch eine bemerkenswerte Dame kennen lernen die Anonym bleiben möchte. Ich freue mich so sehr auch sie bald Persönlich kennen lernen zu dürfen. Wir Teilen das selben Leid, und sitzen da und machen unsere ganz eigenen Späßchen, wo andere die uns zuhören, nur verwundert schauen. Ich bin mir sicher, dass es da Draußen noch mehr bemerkenswerte Menschen gibt wie Allesandra, mit Ihren Geschichten voller Leid, Schmerz und Trauer. Und die heute Rückblickend mit erhobenen Hauptes sagen können: ich habe den Kampf Gewonnen! Ich bin ein Sieger. Egal was uns Entstellt hat, Wir sind einzigartig, Wir sind anders, Wir sind AusGezeichnet !

Vielen Dank Liebe Allesandra, dass es dich gibt.